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Der tägliche Umgang ist bestimmt von traditionellen Höflichkeitsregeln und Umgangsformen.
Alle Türken halten sich daran!

Vieles,was bei uns selbstverständlich ist,ist bei den Türken "ayip" (schändlich).

"Ayip" ist alles,was mit Körperlichkeit und Intimität zu tun hat und dementsprechend ein vielgenutztes Wort unter Türken.
    • Es ist "ayip" wenn unverheiratete Frauen und Männer im Auto oder Bus nebeneinander sitzen.
    • Es ist "ayip" wenn der männliche Besucher die Frau des Freundes zu sehr beachtet oder die Frau zuerst begrüßt.Gleiches gilt,wenn Frau den Mann zuerst begrüßt.
    • Es ist "ayip" wenn Frauen zu knapp bekleidet sind und ausserhalb des Wassers nicht ein T-Shirt über den Bikini oder Badeanzug ziehen.
    • Es ist "ayip" wenn eine Frau breitbeinig sitzt.
    • Es ist "ayip" wenn man in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauscht.
    • Es ist "ayip" wenn Kinder vor ihren Eltern rauchen(auch wenn sie schon 40 sind)
Es ist "ayip" wenn...ach,die Liste ist unendlich lang..................!

Bonjuk
Darüber hinaus sind Türken sehr abergläubig.
Überall werden Ihnen blaue Glassteine entgegenblitzen,mit Sicherheitsnadeln befestigt an dem Jäckchen der Babys,als Anhänger an Ketten und Armbändern,an Kerzenständern,an Autospiegeln und sogar als Wandschmuck über dem Hauseingang.
Diese Glassteine nennen sich "Bonjuk" und sollen den Träger vor bösen Blicken und Unheil bewahren.
Zerbricht der Glasstein oder geht verloren,dann hat er seine Aufgabe erfüllt und den Träger vor etwas Schrecklichen bewahrt.
Dann wird sofort ein neuer Bonjuk angehängt.
Da aus diesem Grund natürlich rege Nachfrage nach diesen blauen Steinen besteht,werden sie Ihnen immer wieder auf den Basaren,bei fliegenden Händlern und Souvenir-Shops ins Auge fallen.
Sie sind nicht teuer,also greifen Sie zu.............

Um Ihnen kleine Fettnäpfchen zu ersparen,gebe ich Ihnen hier in der Rubrik "Land und Leute" ein paar kleine Tips im Umgang mit Ihren türkischen Mitmenschen und den
 

Besuch von Moscheen und Privat-Wohnungen
Grundsätzlich wird erwartet,dass Sie beim Betreten einer Moschee oder einer Privatwohnung die Schuhe ausziehen.
In der Regel hält die türkische Hausfrau für Gäste Hausschuhe bereit,die Sie Ihnen anbieten wird.
Türkische Besucher haben häufig selber Hausschuhe in der Tasche,teilweise sogar selbstgestrickte,ähnlich wie Sneakersocken, nur bunter.

In der Moschee werden Holzpantinen bereitgestellt.
In der Moschee sollten die Frauen ihr Haar bedecken und lange Kleidung tragen...eine dünne Stoffhose und eine langärmlige Bluse kann Frau in die Tasche stecken und vor dem Betreten der Moschee schnell überziehen.Männer sollten natürlich auch nicht in Hawaaihemd und Bermuda-Shorts erscheinen.
Aber das machen wir in unseren christlichen Kirchen ja auch nicht,oder?

In der Moschee sollten Sie natürlich leise sein und die Betenden nicht stören.Fotografieren bitte nur,wenn es ausdrücklich erlaubt ist.

Sie werden oft beobachten,dass Türken sich zur Begrüßung die Hände schütteln und sich auf beide Wangen küssen.
Innerhalb der engsten Familie begrüßen sich auch Männer und Frauen gemischt auf diese Weise.
Bei lockeren Bekanntschaften gibt es lediglich gleichgeschlechtliche Begrüßungen dieser Art,denn sonst wäre es ja wieder "ayip".

Die größte Ehrerbietung bei Türken ist es,wenn die Jüngeren den Älteren zur Begrüßung die Hand küssen und die Hand des Gegenübers an die eigene Stirn führen.Während dieses Vorgangs beugt sich der Jüngere über die Hand des Älteren und drückt somit seine Demut aus.
Besuchen Sie eine türkische Familie,kann es sein,dass es für Sie zu einer leicht unangenehmen Situation kommt,da die älteren Türken diese Art der Begrüßung für selbstverständlich halten und auch dementsprechend die Hand positionieren.
Ich selber habe auch schon so manche Hand passend für mein deutsches Hand-Shaking zurechtbiegen müssen und leicht irritierte Blicke dafür geerntet.
Aus dem Hintergrund kommt dann meistens von anderen Türken die Erklärung auf türkisch,dass man halt "deutsch" ist und keine Ahnung hat:-)

Bei jeder neuen Bekanntschaft beginnt das Gespräch mit vielen Fragen,um das Gegenüber besser kennen zu lernen.

    Wie geht es Dir?
    Woher kommst Du?
    Wieviele Kinder hast Du?
    Wer sind Deine Eltern?
    Woher kommen Deine Eltern?
    Was macht Dein Mann/Frau?
Dabei sitzen die Männer und Frauen meistens getrennt.
Es ist keine strikte Geschlechter-Trennung,aber da die Hausfrau ja die Gastgeberin ist und Tee,Essen etc. in der Küche vorbereiten muss,sammeln sich die Frauen eh dort,um ungestört über alle Themen,die Frauen nunmal bewegen,sabbeln zu können.
Meistens wird dann noch das Radio aufgedreht und zwischen Herd und Küchentisch getanzt:-)

Wenn Sie das erste Mal die Wohnung eines Türken betreten,sollten Sie ein kleines Präsent mitbringen,ein Paket Baklava,ein paar Blumen oder irgendeine andere Kleinigkeit. Und nicht vergessen,auf jede Einladung hat eigentlich eine Gegeneinladung zu erfolgen.

Ansonsten gilt,trotz Aufforderung sollten Sie sich mit einem Türken nie über Politik,Religion und ganz besondern nicht über die Kurden-Frage unterhalten.Das gibt nur heiße Diskussionen und bringt nix ausser nem hohen Adrenalinspiegel auf beiden Seiten.
Aktuelles Thema werden natürlich auch die Beitritts-Verhandelungen zur EU sein.