Einführung
Ausserhalb
der Hotelanlagen fängt die eigentliche Türkei an und somit erschließt
sich Ihnen eine Welt,die sich gänzlichst von der unseren unterscheidetKlar
ist,dass ich die Ferienorte fast gänzlichst ausklammere,denn dort
herrscht Ausnahmezustand und es dreht sich eigentlich alles nur um Ihr
Geld.Ehrliche Freundschaften werden dort selten geschlossen und grade
die Mädels sollten die Annäherungsversuche der sicherlich charmanten
Casanovas von der skeptischen Seite sehen und nicht zuviel Herzblut in
die Beziehungen fließen lassen.Ausnahmen bestätigen aber wie
immer die Regel!
Dazu
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zum eigentlichen Thema........
Die Türkei ist ein Land
der Gegensätze.
Auf der einen Seite die
großen neuen Stadtteile mit hypermodernen Bauten,die exclusiven Einkaufsmeilen,große
Kliniken,Universitäten,Stadtautobahnen etc., und auf der anderen Seite
die orientalisch anmutenden Basare,alte Häuser mit Holzöfen,Eselkarren,Schotterpisten...
und das alles in unmittelbarer
Nachbarschaft,vereint in einer einzigen Stadt.
Da bremst der Mecedes SLK
mit Klimaanlage,um hinter dem Pferd herzutuckern,dass den Holzwagen eines
alten Melonenverkäufers den Berg raufzieht.
Junge Türken im Anzug,stets
das Handy am Ohr,schicke Frauen im Designerkostüm mit der Escada-Tasche
am Handgelenk,daneben die Mutter,bedeckt mit einem Kopftuch,Strickjacke
und Holzschlappen....und alles erscheint natürlich und harmoniert
nebeneinander.
Trotz aller Anststrengungen
der Politiker aus Vergangenheit und Gegenwart,dieses Land zu einem modernen,westlichen
Standards entsprechenden Staat zu machen, ist die Türkei immer noch
islamisch und traditionell geprägt.
Zwar ist es an öffentlichen
Schulen und staatlichen Einrichtungen und Ämtern untersagt,ein Kopftuch
zu tragen,aber die Religion ist nicht aus den Köpfen herauszubekommen.Soll
sie ja auch eigentlich gar nicht.
Ich selber bin zwar nicht
grade eine vorbildliche Christin,aber ich würde mich auch sperren,wenn
der Staat mir den Umgang mit meinem Glauben vorschreiben wollte.
Solche Gesetze werden
von Muslimen einfach umgangen, indem entweder ein Familien-Angehöriger
einer streng-gläubigen Muslimin versucht,stellvertretend ihre Angelegenheiten
auf den Ämtern zu erledigen oder aber die Muslimin,sobald sie das
Gebäude verlassen hat,sofort wieder ihr Haar bedeckt.
An den Dörfern scheint
die Zeit und Modernisierung sogar gänzlichst vorüber gegangen
zu sein.
Dort treffen Sie die Frauen
mit tief in das Gesicht gezogenen Kopftüchern,dicken Jacken über
den bunten Blusen und den früher von uns so belächelten Hosen
unter den Röcken an.Alte Männer sitzen in verrauchten,kärglich
eingerichteten Cafes und verbringen ihren Tag damit,ihre Fußball-Mannschaft
im Fernseher anzufeuern,ihren Tee zu schlürfen,Suppe zu trinken und
Backgammon zu spielen.
Im krassen Gegensatz werden
Sie in den großen Städten und Ferienorten junge, hübsche
und sehr selbstbewußte Türkinnen treffen,die sich europäisch
kleiden,mit Freunden abends in die Disco gehen,Alkohol trinken,rauchen
und deren Röcke kürzer sind als Ihre:-)
Lassen Sie sich aber davon
nicht täuschen...auch diese Mädchen werden immer darauf bedacht
sein,sich und ihre Eltern nicht in Schande zu bringen.
Denn die Familienehre und
die Religion wird auch von modernen Türken sehr ernst genommen,selbst
wenn man ihnen das auf den ersten Blick nicht ansieht.
So kann es sein,dass ein
junges,modernes Mädchen nach ihrer Hochzeit plötzlich freiwillig
das Kopftuch für sich entdeckt,und es mit Stolz trägt und der
junge erfolgreiche Banker sich eine Braut vom Dorf holt,um wirklich sicher
zu sein,dass seine Ehefrau ihm auch den nötigen Respekt entgegenbringt
und er als Familienoberhaupt auch hundertprozentig die Zügel in der
Hand hält.
Soziale Sicherheit ist ist
in der Türkei so gut wie nicht vorhanden,Arbeitslosengeld ist sehr
gering und eine Krankenversicherung für die meisten Türken absolut
nicht erschwinglich.Wer krank wird, muss dann die Behandlung selber bezahlen...viele
gehen erst zum Arzt,wenn alle Hausmittel nicht mehr helfen.
Eine breite Mittelschicht,wie
hier bei uns, gibt es eigentlich nicht.
Es gibt reiche Türken,Türken,die
so grade ihr Auskommen haben und diejenigen,die nicht wissen,was sie morgen
essen werden.
Die Familie ist der zentrale
Punkt eines jeden Türken,zuallererst ist er immer dem Wohlergehen
seiner Eltern,Geschwister und Verwandten verpflichtet.
Ohne seine Familie ist man
in der Türkei in einer schlechten Ausgangsposition,denn in vielen
Situationen ist die Unterstützung der Familie unerlässlich.
Das fängt beim Heiratsantrag
an und hört bei der Krankenpflege auf.
Nur durch den Zusammenhalt
innerhalb der Familie ist es den meisten überhaupt möglich,ein
einigermaßen annehmbares Leben zu führen.
Die Armut in der Türkei
ist sehr groß,die Arbeitslosigkeit hoch und die Löhne tief.Häufig
ernährt ein einziges Familienmitglied die ganze Familie,einschließlich
Oma und Opa und wenns ganz schlimm kommt auch Onkel und Tanten.
Unter diesen Aspekten
werden Sie vielleicht auch einige Infos auf den Folgeseiten mit anderen
Augen sehen.